Titel: Tür an Tür
Autorin: Dominik Barta

Kurt ist Lehrer in einer Berufsschule und wohnt in der kleinen Wohnung seiner Tante, die aufs Land gezogen ist. Die Wohnung ist hellhörig, weswegen Kurt alles von seinem Nachbarn, dem alten Herrn Drechsler mitbekommt – und da ihm der einsame Mann leid tut, freunde er sich mit ihm an. Auch mit Regina, der jungen Frau, die kurz nach Kurt ins Haus gezogenen ist, versteht er sich gut. Ihre Anbaggerversuche fruchten bei ihm allerdings nicht, denn Kurt ist homosexuell.
Als Kurts bester Freund Frederick, ein junger Arzt, von seiner Freundin verlassen wird, wird es ein bisschen eng in der kleinen Wohnung. Die beiden Männer kümmern sich nun gemeinsam um den an Krebs erkrankten Drechsler. Noch enger wird es bei Kurt, als sein Schüler Ferhat verletzt an seiner Tür auftaucht. . In ihn ist Kurz nämlich verliebt — und irgendetwas hat Ferhat angestellt, von dem Kurt lieber nichts wissen möchte.
An dieser Stelle wird das Buch politisch — und auch irgendwie nicht, denn die Handlung scheint hier eher ein bisschen aus dem Hut gezaubert. Das Thema Terrorismus hat den Roman meiner Meinung nach heillos überfrachtet, zumal “Tür an Tür” ganz leise begonnen hatte. Mir persönlich hätten der Drechsler und die Hausgemeinschaft auch weiterhin gereicht.
Tür an Tür ist ein nettes Leseerlebnis, sehr schön erzählt, auch mochte ich die Figuren … aber insgesamt hat mir “Vom Land” mit Abstand besser gefallen.
Lustig war für mich, dass sich die Wohnung in derselben Gasse befindet wie die Räumlichkeiten jener Bibliothek, in der wir unsere Redaktionssitzungen abhalten).

ausgeliehen aus der Stadtbibliothek Graz

Titel: Tür an Tür
Autor: Dominik Barta
Verlag: Zsolnay
Erscheinungsjahr: 2022
Seiten: 208
ISBN: 978–3‑552–07303‑6

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