Titel: Einsteins Hirn
Autorin: Franzobel

Franzobel wünsche ich mir zum Geburtstag – das hat schon Tradition.
“Einsteins Hirn” hat mich auch wieder absolut beglückt — auf Besuch bei Mama bin ich dann hauptsächlich mit meinem Wunschbuch rumgelegen.
Absolute Empfehlung, mehr gibt’s da nicht zu sagen. Ich frag mich bloß: Wo endet die Wirklichkeit, wo beginnt die Fiktion??

Ganz kurz zum Buch: Es geht um den Mann (Pathologen), der Einsteins Hirn geklaut hat. O ja, den gab´s wirklich, Thomas Harvey hieß der Typ, der über dem Hirn seinen Hochzeitstag vergaß und es – laut Franzobel – in Teile schnitt ohne jemals wirklich zu forschen, der seine Ehen und auch seine Zulassung als Arzt in den Sand setze, weil er der festen Meinung war, der Seele Einsteins (beziehungsweise dem sprechenden Hirn) zur Erlösung verhelfen zu müssen.
Man kann ihn einfach nur lieben, diesen praktizierenden Quäker, der Einsteins Hirn mit zu einer Gospelmesse und auch zu einer Teufelsaustreibung durch einen Rabbiner nimmt.
Mehr verrate ich lieber nicht, lest das Buch selbst!
Wer Franzobel nicht mag, dem*der ist nicht sowieso nicht zu helfen – aber das sag ich jetzt eh schon seit 2007. 😉
Der Autor kann jedes Thema — und immer kommt dabei ein sprachliches Feuerwerk raus.
Franzobel ist sowas wie meine ganz persönliche Sylvsternacht, in der ich am Fenster stehe und alle paar Minuten einen Jubelschrei loslasse. 

P.S: Und wenn sich jetzt wer fragt, warum ich mich so über den letzten Kutzenberger-Roman gefreut hat: ganz einfach: Wer Franzobel mag, wird auch den Kutzenberger lieben!
Meine absoluten Lieblingsbücher von Franzobel sind übrigens trotzdem noch immer Scala Santa und das Fest der Steine, dicht gefolgt vom Lusthaus. 

Titel: Einsteins Hirn
Autorin: Franzobel
Verlag: Zsolnay
Erscheinungsjahr: 2023
Seiten: 544
ISBN: 978–3‑552–07334‑0

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