MASCHINEN WIE ICH

Titel: Maschinen wie ich
Autor: Ian McEwan

❀ Dieser Roman steht schon seit langem auf meiner Leseliste. Beim Suchen nach einem geeigneten Hörbuch in der Onleihe der Stadtbibl. Graz ist er mir nun untergekommen …

???? Inhalt:
McEwans Roman spielt im Jahre 1982 in London. Aber nicht ganz. Denn die Beatles sind noch zusammen, das Vereinigte Königreich hat den Krieg um die Falklandinseln verloren und Alan Turing, der unter anderem an der Entzifferung des Enigma-Codes beteiligt war und eines der ersten Schachprogramme entwickelte – jener Turing, dem man eine Hormonbehandlung aufgrund seiner homosexuellen Neigungen aufgezwungen hatte und der sich das Leben nahm – lebt noch. 

In eben diesem parallelen 1982 ergattert der Anthropologiestudent und Technik-Nerd Charlie einen von 25 perfekt gebauten (und wahnsinnig teuren) Androiden der ersten Adam und Eve Serie, die wie Menschen aussehen, (fast) wie Menschen handeln und sogar Gefühle zeigen. Man muss ihnen als Besitzer nur ein paar Eigenschaften zuweisen – das tun Charlie und seine von ihm angebetete Nachbarin Miranda (später wird sie seine Freundin werden) gemeinsam. 

Adam hilft Charlie fortan im Haushalt und gewinnt für seinen Herrn eine Menge Geld an der Börse. Und er verliebt sich in Miranda. Und dichtet für sie. Ja, er schläft sogar mit ihr. Außerdem brilliert der Roboter gegenüber Mirandas Vater mit seinem Shakespeare-Wissen. Kurz und gut, Adam ist der bessere Charlie. Doch Adam weiß etwas über Miranda, das ihr gefährlich werden könnte. Vor allem, da Miranda den kleinen Mark adoptieren möchte. Denn das, was Adam weiß, kann Miranda ins Gefängnis bringen. 

Aber wie ist Mirandas Tat von damals einzuschätzen? Ist diese (wie Charlie und Miranda meinen) zu verzeihen, ja, sogar notwendig gewesen? Obwohl Miranda einen Meineid geleistet und eine Straftat begangen hat? Oder ist das Gesetz so zu deuten, wie es Adam tut – der ja immerhin so programmiert ist, dass er keine hinterhältigen Gedanken im Schilde hat?
Und wie ist es um Adams Gefühle bestellt? Wie geht es ihm mit seinem Gewinn an der Börse, den er an Charlie abgeben soll? Wie mit seiner Liebe zu Miranda und seiner Loyalität gegenüber Adam? Und warum will er Miranda schaden, obwohl er sie doch liebt? Und obwohl er weiß, dass Mark es bei Miranda gut hätte und dass, wenn er Miranda anzeigt, die Adoption platzen würde? Oder sieht Adam das alles ganz anders – weil sein Denken einer logischen Geraden folgt, die keine Widersprüche kennt? Ist Adam Charlie und Miranda somit auch moralisch überlegen?
Am Ende bleibt für Charlie nur ein Ausweg. Aber da ist es schon zu spät, denn Adam hat die Dinge bereits ins Rollen gebracht.

???? Meine Meinung / Fazit: 
Ein faszinierender Roman, bei dem ich immer wieder schmunzeln musste. Und ja, man mag ihn, diesen Androiden. Obwohl er auch wahnsinnig nervt, eben weil er der bessere Mensch ist.
Das Hörbuch selbst ist angenehm ruhig eingelesen, es plätschert aber dadurch auch ein bisschen vor sich, sodass ich beim Layouten (ich hör da immer gern) so manches Mal zurückspringen musste, weil meine Gedanken abgeschweift waren. 

Stadtbibliothek Graz Oneihe 


Titel: Maschinen wie ich
Autor: Ian McEwan
Übersetzung: aus dem Englischen von
Bernhard Robben
Sprecher: Wanja Mues
Verlag: Diogenes Hörbuch
Publikationsjahr: 2019
ISBN: 9783257693256
Laufzeit: 11h 14m

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